Dialyse-gesteuerte Volumenkontrolle bei therapierefraktärer Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten und kostenintensivsten chronischen Erkrankungen. 30-40% dieser Patienten weisen zusätzlich auch eine Niereninsuffizienz auf, die mit einer deutlich höheren Co-Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Bei Vorliegen beider Entitäten, ist die adäquate Volumenkontrolle trotz maximaler konservativer Therapie oftmals erschwert. Bei Patienten mit therapierefraktärer Herzinsuffizienz in Kombination mit Niereninsuffizienz kann daher, bei fehlenden therapeutischen Alternativen, der Einsatz eines modifizierten Dialyseverfahrens Vorteile in der Behandlung bieten. Kleinere Einzelzentrumsberichte weisen u.a. auf eine reduzierte Hospitalisierungsrate in Folge der hierdurch verbesserten Volumenkontrolle hin.

Die peritoneale Aquarese stellt in dieser Situation, eine interessante zusätzliche Therapiealternative dar. Es besteht neben der Möglichkeit einer kontinuierlichen Volumenkontrolle auch die Möglichkeit einer direkten Mobilisierung eines Aszites. Zudem entfällt die zusätzliche hämodynamische Belastung durch einen Dialyse-Shunt, bzw. auch die erhöhte Infektionsrate bei Vorliegen eines Vorhofkatheters. Eine intensivierte medikamentöse Therapie bei Behandlung mit peritonealer Aquarese ist zudem erleichtert. Auch der Einsatz von intermittierenden verlängerten Dialysen (z.B. SLED) oder Ultrafiltrationsverfahren bieten einen vielversprechenden Ansatz, da hierdurch eine adäquate Volumenkontrolle erzielt werden kann. Aus den genannten Gründen werden in seltenen ausgewählten Fällen bei fehlenden therapeutischen Alternativen, Patienten mit therapierefraktärer Herzinsuffizienz auch im noch nicht dialysepflichtigen Bereich mit einem modifizierten Dialyseverfahren oder einer peritonealen Aquarese behandelt.

Es gibt hierzu leider keine prospektiven randomisierten Studiendaten, auch keine größeren Registerdaten, lediglich einige kleinere Fallberichte. Aus diesem Grund haben wir uns im Auftrag der Deutsche Gesellschaft für Nephrologie DGfN (Kompetenzteam Peritonealdialyse) in Kooperation mit dem Verband Deutsche Nierenzentren e.V. (DN) entschlossen, als ersten Schritt zumindest die Möglichkeit eines überregionalen Registers zu bieten, um Einzelerfahrungen aus Zentren zu erfassen und zu bündeln. Ziel ist es zum Einen, die Effektivität dieser Verfahren zu erfassen, zum Anderen aber auch kritisch die Wirtschaftlichkeit zu evaluieren. Trotz Ihres arbeitsreichen Tages, bitten wir Sie um Ihre aktive Unterstützung und kritische Rückmeldung. Stellvertretend für alle Beteiligten im Voraus herzlichen Dank für Ihre Teilnahme.

V. Schwenger